Vereinschronik: Die Jahre 1930 bis 1939
2. Platz bei der Deutschen Meisterschaft im 100 km Mannschaftsfahren
1930
1. Platz Bayerische Meisterschaft - im 100 km Mannschaftsfahren in Amberg. Erstmals in der Besetzung mit
Gottfried Burkert, Valentin Schmitt, Franz Rink, Heinrich Buhlheller, Otto Schütz und Markus
Schröck.
Gestützt auf die echte Kameradschaft waren nun dieser Mannschaft weitere große Erfolge
beschieden.
Bayerischer Meister im 100 km Mannschaftsfahren in Amberg: Gottfried Burkert, Valentin Schmitt, Franz
Rink, Heinrich Buhlheller, Otto Schütz, Markus Schröck.
1931

Der heiß umkämpfte Wanderpreis
Karl Wütschner 17.05.1931.
17.5.1931 Die 92er; gewannen nach dreimaliger Erringung, den "Karl - Wütschner - Wanderpokal", der damit
in den endgültigen Besitz des Vereins überging.
15.12.1931 Ehrenvorsitzender Andreas Ullrich gestorben.
1932
Georg Kemmeter wurde am 13.02.1932 zum 1. Vorsitzenden gewählt.
Am 04.06.1932 Sieger bei der Gaumeisterschaft im 100 km Mannschaftsfahren in Bamberg in der Besetzung:
Schütz, Plettner, Schmidt, Lehnhard, Burkert und Rink in der Zeit von 2:40 Stunden.
Mit der gleichen Zeit und in der selben Besetzung erreichte die Mannschaft bei der Deutschen Meisterschaft
über 100 km in Nürnberg den 6. Platz.
Rennfahrer Karl Brunner aus Georgensgmünd wird im Verein aufgenommen.
1933
Josef Scheller löste am 27.09.1933 Georg Kemmeter als 1. Vorsitzenden ab.
1934
Höhepunkt im Radrennsport
Das Jahr 1934 war der Höhepunkt im Radrennsport der 92er, das in die Geschichte des Vereins
eingeht.
06.04.1934 In der Monatsversammlung wurden die Rennfahrer Hans Heller, Fritz Schellhorn und Reinhold Wendel,
alle aus Nürnberg, in den Reihen der 92er aufgenommen.
Durch die Neuzugänge aus der Noris wurde wieder eine neue Mannschaft gebildet, dazu kam Karl Brunner,
Ludwig Seufert aus Hambach und Christian Schmidt aus Gädheim.
03.06.1934 Reinhold Wendel Sieger der Fernfahrt Nürnberg-München-Nürnberg über 400 km mit
13 Minuten Vorsprung.
30 km vor dem Ziel waren von einem Unbekannten Schuhnägel gestreut und brachten seinen Vereinskameraden
Schmidt, der in guter Position lag, um einen verdienten vorderen Platz.
Fritz Schellkorn der in der Nationalmannschaft an der Polenfahrt (4 Etappenfahrt) Berlin-Warschau teilnahm,
belegte im Gesamtklassement einen beachtenswerten 18. Platz.
Bezirksmeisterschaft im 100 km Mannschaftsfahren auf der Strecke Nürnberg-Bamberg-Nürnberg in neuer
deutscher Rekordzeit von 2:27,54 Stunden von der Mannschaft: Brunner, Heller, Schellhorn, Schmidt, Seufert
und Wendel.
14.07.1934 Großer "Union Straßenpreis" Rund um Nürnberg, Sieger Hans Heller, 6. Wendel und
8. Brunner.
2. Platz bei der Deutschen Meisterschaft im 100 km Mannschaftsfahren
23.07.1934 Deutsche Kampfspielmeisterschaften in Nürnberg. Dies war ein großer Tag für die 1.
RVgg. 1892 Schweinfurt.
Jedoch ein Viehgespann brachte der Mannschaft Heller, Wendel, Brunner, Schellhorn, Seufert und Schmidt die
die 100 km in 2:26,25 Stunden herunter radelten um ihren verdienten Sieg.
Sie unterboten ihre eigene Rekordzeit von der Bezirksmeisterschaft und lagen nur 1,7 Sekunden hinter dem
Sieger und Titelverteidiger Wanderer Chemnitz auf der bekannten Strecke
Nürnberg-Bamberg-Nürnberg.
29.07.1934 "Rund um Hannover" 3. Platz für Wendel. Schellhorn kam bei "Rund um Breslau" auf Platz
7.
19.08.1934 Brunner gewann "Quer durch die Oberpfalz" und Wendel belegte den 2. Platz.
Die Rennsaison 1934 wurde mit dem Sieg der genannten Mannschaft beim Konsul Willy Sachs-Wanderpreis in einer
neuen Streckenrekordzeit von 2:33,11 Stunden abgeschlossen.
Es könnten noch mehr Rennen genannt werden bei denen sich die Fahrer der 92er unter den Ersten zehn
platzierten.
23. Juli 1934 2. Deutscher Meister im 100 km Mannschaftsfahren
auf der Straße über 100 km Strecke Nürnberg-Bamberg und zurück, in der bayerischen
Bestzeit von 2:26:25,1 Std. 1,7 Sekunden zurück gegen den Titelverteidiger und Sieger Wanderer
Chemnitz.
Von links: Sportwart Adolf Schonder, Fritz Schellhorn, Reinhold Wendel, Hans Heller, Karl Brunner,
Christian Schmidt, Ludwig Seufert und 2. Vorstand August Schmelzer.
Weiteres aus der Vereinschronik:
Dramatisches 180 km Rennen "Rund um Schweinfurt". So wird dieses Straßenrennen "Rund um Schweinfurt"
über 180 km als besonders schwer und dramatisch bezeichnet, dass mit Fahrern der A-und B- Klasse besetzt
war.
Das 50 Mann starke B-Klassenfeld mit 10 Minuten Vorgabe lag 70 km an der Spitze, bis es von den 9
A-Klassenvertretern eingeholt werden konnte. Plettner siegte vor Beetz, Düring, Merz gefolgt von dem
späteren erfolgreichen Sieger der "Schweizer Rundfahrt" Lubber Geyer und dem unverwüstlichen Lon
Pfister.
Der Verein verfügte damals in dem Fahrer Karl Pfeuffer über ein Unikum, dessen Worte stets waren:
"Ich bin der Stehermeister von Berlin". Bei diesem Rennen lag "Lewanow", wie er scherzhaft genannt wurde,
überraschend in der Spitzengruppe (sonst war er nämlich selten unter den "Ersten" zu finden!), bis
er in Ettleben den wahnwitzigen Versuch unternahm, in voller Fahrt ein Eckhaus zu rammen. Das Haus hielt,
nicht aber mehr bewegte sich die Rennmaschine 'Lewanows". So war er also auch diesmal gezwungen, dem
Siegerlorbeer nachzutrauern.
Eine weitere nette Begebenheit wird oftmals in den Kreisen der "92er" beim Austausch alter Erinnerungen gerne
zum Besten gegeben: Es war das gleiche Rennen, das die "Episode Lewanow" zeitigte; da führt Benno Helbig
mit drei Minuten Vorsprung, bis ihm die Durchfahrt in Maibach das Verhängnis brachte.
Der gute und (ganz nebenbei bemerkt) meist sehr bierdurstige Benno träumte schon von kommenden
Siegerehren, als ihm ein Schweinfurter Schlachtenbummler zurief, er solle absteigen und erst eine "Maß"
trinken. Tatsächlich stieg der Aufgeforderte ab und genehmigte sich die erquickende "Maß", hatte
aber alsbald das Vergnügen, zu sehen, wie seine Verfolger vorübersausten. Es sei dahingestellt, ob
er es unter der Wirkung des Alkohols oder aus verärgerjung über den entgangenen Sieg tat,
jedenfalls schrie er seinen Konkurrenten unter dem Heiterkeitsausbruch der Umstehenden im echten
"Schweinfurterisch" nach: "Oh ihr Narrn, fahrt net so schnell".
Rennfahrertalente müssen entdeckt und für den Verein gewonnen werden, sagte einst unser
unvergesslicher Sportwart Adolf Schonder und er hatte mit dem Wahlspruch nicht ganz unrecht. Er war es, der
zur richtigen Zeit die Fühler ausstreckte um die Rennmannschaft der "92er" aufzufrischen und zu
verstärken, als ihm die Gelegenheit dazu geboten schien.
Innerhalb weniger Wochen brachte es Schonder fertig, die Nürnberger Rennfahrer Reinhold Wendel, Hans
Heller und Fritz Schellhorn sowie Karl Brunner von Georgensgmünd nach Schweinfurt zu bringen und so mit
Ludwig Seufert und Christian Schmidt eine Mannschaft zu bilden, die sich sehen lassen konnte.
Reinhold Wendel - ein Vorbild der Jugend
Der Kapitän dieser Mannschaft hieß: Reinhold Wendel, ein Sportsmann im wahrsten Sinne des Wortes.
Den Radsport, mit dem er sich so eng verwachsen fühlte nahm er sehr ernst und aus diesem Grunde kamen
auch seine Erfolge wie reife Früchte.
Souverän schüttelte Wendel seine Gegner 1934 bei der Fernfahrt
Nürnberg-München-Nürnberg über 400 km nach und nach ab. Mit 13 Minuten Vorsprung kam er
am Ziel an. Wenige Wochen später gewann Wendel "Rund um Dittelbrunn".
Nach diesem Erfolg entschloss er sich, nach Schweinfurt überzusiedeln. Kaum hatte er seine zweite Heimat
gesehen, wurde er schon Sieger der Fernfahrt "Rund um Spessart und Rhön" und zwar gewann er 1935 dieses
Rennen (257,7 km in 7 Stunden 35 Minuten) bei strömenden Regen ganz überlegen.
Die Erfolgskette des sympathischen Sportsmanns, der weit und breit seiner echten Kameradschaft und sauberen
Sportlichkeit geachtet wurde, riss nicht ab. Zu seinen größten Erfolgen zählen, um nur zwei
von den vielen zu nennen, "Großer Saarland Preis" und " Basel- Kleve." Aber nicht nur als Amateur
stellte Reinhold Wendel sein Können unter Beweis, sondern auch später, als er Berufsfahrer
wurde.
Die übersiedlung ins Profilager hinterließ eine schwer zuheilende Wunde und als wenig später
auch Hans Heller die Rollen tauschte, war das Mannschaftsgerippe der "92er" zerstört und der Traum einer
Deutschen Meisterschafts-Revanche beendet. Doch eines wollen wir in unserer Chronik festhalten: Reinhold
Wendel, der der Jugend stets ein Vorbild war und den "92ern" zu Aufstieg, Ruhm und Ehre verhalf, bleibt uns
in Erinnerung. Er ist im zweiten Weltkrieg für unser Vaterland gefallen.
Zurückgreifend auf die stolze und erfolgreiche Vergangenheit der "92er" darf nicht vergessen bleiben,
neben der Meisterschaft des Jahres 1934 die endgültige Gewinnung des wertvollen Willy-Sachs-Wanderpreis
sowie das "Goldene Rad von Wangen". Um den Nachwuchs der Rennfahrer nach dem Verlust von den voraus
erwähnten großen, erfolgreichen Könnern wie Wendel, Heller, Schellhorn und Brunner war es bei
den "92er" vorerst beschieden, es musste der Wiederaufbau von Neuem beginnen.
Es war für die Vereinsleitung, denn außer den großen Könnern schmerzte die Betreuung
der Jugend. Die noch verfügbaren Nachwuchskräfte mussten einspringen, denn das Häuflein der
noch vorhandenen Rennfahrer schmolz auf ein Minimum zusammen. Auch der zweite Weltkrieg hat
bedauerlicherweise große Lücken gerissen, viele sind gefallen.
Bei einem Ehrenabend am 15.04.1934 wurden Georg Kemmeter, Josef Eck und Adam Lutz zu Ehrenmitgliedern
ernannt.
1935
Am 08.03.1935 legte Josef Scheller das Amt des 1. Vorsitzenden nieder.
Nikolaus Dönisch wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt.
Reinhold Wendel Sieger der Fernfahrt Rund um Spessart und Rhön ( später die INT. ERNST-SACHS-TOUR
4-Etappenfahrt, heute die INT. MAINFRANKEN-TOUR Schweinfurt). Er gewann dieses Rennen (257,7 km in 7 Stunden
35 Minuten) bei strömenden Regen ganz überlegen.
2. Platz bei der Deutschen Meisterschaft im 100 km Mannschaftsfahren ohne Heller und Wendel, beide
waren zu anderen Rennen verpflichtet.
Zum Ehrenmitglied wurde Albert Rechl ernannt.
1936
Karl Brunner wird Bezirksmeister im Einer Streckenfahren. Reinhold Wendel wurde Gaumeister. Hans Heller
Sieger im Industrie und Presse Preis von München.
3. Platz bei der Deutschen Meisterschaft im 100 km Mannschaftsfahren in Erfurt.
Der 4. September war ein schwarzer Tag für den RV 1892.
Reinhold Wendel und Karl Brunner erklären ihren Austritt aus dem Verein. Fritz Schellhorn wird somit zum
Mannschaftskapitän bestimmt.
Die gesamte Saalsportabteilung des RV Pfeil hat sich dem RV 1889 angeschlossen.
Die Gründungsmitglieder Georg Tellert und Adolf Christoffel sind gestorben.
1937
Obwohl unsere seitherige Rennmannschaft durch Reinhold Wendel (übertritt ins Profilager) und Karl
Brunner (Aufgabe des Rennsports) reduziert wurde, holten die übrigen Fahrer mit Fritz Schellhorn, Hans
Heller und Ludwig Seufert wertvolle Wanderpreise.
Nikolaus Dönisch wurde wieder einstimmig zum 1. Vorsitzenden in der Generalversammlung gewählt und
fand in Willy Heuler einen würdigen Stellvertreter, der gleichzeitig zum Geschäftsführer und
Pressewart bestimmt wurde.
Bei einem Ehrenabend anlässlich des 45 jährigen Bestehens des Vereins waren im Saalbau Götz
nochmals saalsportliche Vorführungen zu bewundern.
1938
In der Monatsversammlung vom 07.01.1938 brachte Mannschaftskapitän Schellhorn den Wunsch hervor, heuer
mit seinen Kameraden Heller und Seufert bei RV 1889 zu fahren, mit der Begründung, da beide Vereine
keine ganze und schlagkräftige Mannschaft besitzen.
Bei der Fernfahrt München-Mailand waren die Fahrer Heller 2. Platz und Schellhorn 9. Platz überaus
erfolgreich.
Am 28.08.1938 gewann Heller und Schellhorn das "Goldene Rad der Stadt Wangen".
Heller, Seufert und Schellhorn erklärten am 25.11.1938 ihren Austritt aus dem Verein.
1939
Erfolgreich zeichnete sich Christian Schmidt aus, bei den Fernfahrten "Saarland-Rundfahrt" und bei
"Berlin-Leipzig".
Bei stärkster Konkurrenz beim letzteren Rennen war eine Massenankunft im Ziel (50! Fahrer 10. Platz).
Schmidt wurde bei "Rund um Frankfurt" Zweiter, "Rund um München" Siebter und bei "Rund um die Mainleite"
Fünfter.
Bei der Gesamtwertung in der Deutschen Nationalmannschaft konnte sich Schmidt einen ehrenvollen Platz
verschaffen.
Eine kleine Plauderstunde auf der Terrasse vom Vereinslokal
"Zum Grafen Zeppelin".
von links: Michael Köth, Heinrich Warmuth, Willy Vogel und Adolf Schonder.